Erneuerbare Energien Wärmegesetz -> EeWärmeG


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Vorwort:

Um die Thematik des "Erneuerbare Energien Wärmegesetz" richtig verstehen zu können, benötigt man einige Hintergrundinformation. Diese werden in den folgenden Absätzen anschaulich und erklärend geschildert. Die Abschnitte dienen ihrer Information und ggf. ihrer eigenen Förderung im Rahmen des "Erneuerbare Energie Wärmegesetz". Die Förderung wird im letzten Abschnitt erläutert.

Woher nehmen wir die Wärme in unserem täglichen Leben?

Da der Mensch nicht mit einem dicken Fell gesegnet ist, braucht er Wärme. In Deutschland ist Wärme nahezu ein Grundbedürfnis. Sei es morgens die warme Dusche oder das gewärmte Haus im Winter. Zu all diesen Dingen und noch vielen mehr benötigen wir Wärme. Hierbei spielt es keine Rolle in welcher Jahreszeit. Denn im Sommer wird zwar keine Wärme, aber ebenfalls Energie zur Kühlung aufgewendet. Der Bedarf an Energie zur Erzeugung von Wärme ist in Deutschland gigantisch. Mehr als fünfzig Prozent der gesamten Endenergie, welche wir in Deutschland verbrauchen, wird allein für die Wärmeerzeugung genutzt. Diese Energie wird aus vielen verschiedenen Quellen gewonnen. Dabei bezieht die Bundesrepublik Deutschland ca. 6 Prozent aus erneuerbaren Energien. Der Hauptteil wird aus fossilen Energiequellen wie Kohle, Öl und Erdgas gewonnen. Fast drei Viertel des Gesamtwärmebedarfs Deutschlands werden aus Mineralöl und Erdgas gewonnen. Atomenergie hingegen bildet keinen Bestandteil der Wärmeversorgung. Aus ihr wird ausschließlich Strom produziert.

Ist der Wärmebedarf in Deutschland ein Problem?

Generell ist die Wärmeversorgung in der Bundesrepublik Deutschland für die nächsten Jahre sichergestellt. Dennoch stellt die Wärmeversorgung auf lange Sicht ein Problem dar. Dies hat mehrere Ursachen:
Energieträger wie Öl, Gas und Kohle sind fossile Brennstoffe und deshalb nur begrenzt auf unserem Planeten vorhanden. Ihre Vorkommen werden immer knapper, gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach Energie jedoch stetig zu. Die Preise für Öl, Gas und Kohle werden daher exponentiell steigen, bis letztendlich keine fossilen Energiequellen mehr vorhanden sind.
Gas und Öl werden zu einem enormen Anteil in geopolitisch problematischen Ländern und Regionen gewonnen. Da Deutschland selbst über keine beachtenswerten Vorkommen verfügt ist Deutschland somit politisch von anderen Staaten abhängig.
Ein weiterer Punkt ist die Umweltbelastung. Gas und Öl tragen in einem hohen Ausmaß zu Klimawandel und Treibhauseffekt bei. Von, in etwa 800 Millionen Tonnen CO2-Emissionen im Jahr, gehen 40 Prozent auf Gas und Öl zurück, welche der Wärmeerzeugung dienen.

Was kann dagegen getan werden?

Jeder Mensch in Deutschland kann die Energie effizienter nutzen oder weniger verbrauchen. Dadurch wird der Wärmebedarf reduziert.

Um zur direkten Thematik "Haus" zu führen:

Ein Beispiel ist die Dämmung von Gebäuden. Je besser ein Haus gedämmt ist, desto weniger Energie verbraucht es. Daraus folgt, dass weniger Treibhausgase entstehen. Hierbei bieten vor allem massive Häuser sehr gute Dämmeigenschaften.
Die Bundesregierung hat durch Reformen und durch Schaffung neuer Gesetze schon erste Erfolge im Bereich des Energieverbrauchs erzielt. Durch die Modernisierung an Gebäudewänden und durch effizientes Heizen konnte der CO2 Ausstoß im Wohnbereich zwischen 1990 und 2005 um 16 Millionen Tonnen gesenkt werden. Das entspricht 13 Prozent weniger Kohlendioxid.

Energie durch effizientere Nutzung zu sparen ist eine Alternative. Die andere ist, mehr erneuerbare Energien zu nutzen. Denn erneuerbare Energien sind umweltfreundlich und unendlich verfügbar. Ein offensichtlicher Vorteil zu fossilen Energieträgern. Des Weiteren kommt die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen unserer Wirtschaft zu Gute. Denn Deutschland ist ein Vorreiter in puncto Technologie zur Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Wer erneuerbare Energie nutzt stärkt die heimische Wirtschaft und macht Deutschland unabhängiger von Rohstofflieferanten und Preisvorgaben aus dem Ausland. Außerdem bedeuten weniger Energieimporte eine höhere Wertschöpfung im Inland.

Welche Arten von erneuerbaren Energiequellen können zur Erzeugung von Wärme genutzt werden?

Es gibt viele Arten von erneuerbaren Energiequellen. Die Energie der Sonne kann durch Solaranlagen genutzt werden. Diese sind immer häufiger auf Dächern zu sehen. Im Erdinnern befindet sich Wärme (Geothermie). Luft und Wasser sind häufig so warm, dass es möglich ist aus ihnen Wärme zu gewinnen. Um einen Temperaturanstieg hervorzurufen werden dabei oft Wärmepumpen verwendet. Des Weiteren kann Energie aus Biomasse erzeugt werden. Biogase und Pflanzenöle dienen hierbei als Grundlage. Diese werden aus beispielsweise aus Gülle oder Mais gewonnen. Obwohl Holz eine endliche Quelle als Energie-Lieferant darstellt, da Holzvorkommen natürlich begrenzt sind, wird Holz ebenfalls als erneuerbare Energie bezeichnet. Denn Pflanzen und Bäume können wieder angebaut werden. Im Form von Holzpellets oder Holzhackschnitzeln zum Beispiel dient Holz als Wärmelieferant.

Warum wird heutzutage nur ein geringer Anteil an erneuerbaren Energiequellen genutzt?

Insgesamt wird der Wärmebedarf der Bundesrepublik Deutschland zum Großteil von fossilen Brennstoffen gedeckt. Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen ist mit ca. 6,6 Prozent relativ gering. Er steigt seit Jahren jedoch stetig. Denn die Potenziale für die Zukunft sind sehr groß. Schon im Jahr 2020 kann der Anteil der erneuerbaren Energie auf 14 Prozent steigen. Damit werden über 86 Mio. Tonnen CO2 weniger ausgestoßen. Doch damit sind die erneuerbaren Energiequellen noch lange nicht am Ende ihrer Entwicklung. Studien von führenden Forschungsinstituten bestätigen, dass die Energie, gewonnen aus erneuerbaren Quellen, im Jahre 2050 den Wärmebedarf Deutschlands zu 50 decken kann!

Muss ich als Verbraucher mehr Geld zahlen, wenn ich auf erneuerbare Energien setze?

Dies ist eine weitverbreitete jedoch klar falsche Ansicht! Früher hat man erneuerbare Energie vor allem mit Strom in Verbindung gebracht. Diese Ansicht ändert sich, da gerade im Wärmebereich ein sehr großes Potenzial steckt. Die Grundlage für eine ordentliche staatliche Regelung im Wärmebereich wurde mit dem Erneuerbaren Energie Wärmegesetz geschaffen. Denn auf Grund der Potenziale bedarf es klarer Gesetze.

Dennoch werden viele Verbraucher von den teilweise hohen Investitionskosten abgeschreckt. Dazu kommt, dass vielen Verbrauchern schlichtweg das Vertrauen fehlt um in die Art von Energieanlagen zu investieren. Doch zu Unrecht! Denn wer schon heute mit erneuerbaren Energien heizt tut nicht nur etwas für die Umwelt, sondern schont auch seinen eigenen Geldbeutel. Denn leider ist es bisher weitgehend unbekannt, dass erneuerbare Energie-Anlagen mittel- und langfristig wirtschaftlicher sein können als herkömmliche Anlagen. Die Preise für Öl und Gas steigen stetig. Umso schneller rechnen sich Anlagen für erneuerbare Energien. Hat ein Barrel Öl vor wenigen Jahren noch rund 30 Dollar gekostet so kostet im Jahre 2011 das Barrel 104 Dollar (Stand Februar 2011). 2008 war der Preis sogar schon einmal bei über 130 Dollar. Wer also zum Beispiel in einen Pelletkessel investiert muss eine vergleichsweise hohe Investitionssumme aufbringen, hat dann aber geringe Betriebskosten und bekommt keine Öl oder Gasrechnung mehr.

Ist die gesetzliche Grundlage schon in Kraft getreten?

Am 6. Juni 2008 hat der Bundestag auf Grundlage eines Entwurfs unserer Bundesregierung das Wärmegesetz beschlossen. Im Januar 2009 ist das Gesetz in Kraft getreten. Das Gesetz legt fest, dass spätestens im Jahr 2020 14 Prozent des gesamten Wärmebedarfs in Deutschlands aus erneuerbaren Energiequellen stammen müssen.

Genaue Betrachtung des Gesetzes:

Das Gesetz zu Nutzung erneuerbarer Energien besteht grob aus drei Teilen:

Nutzungspflicht:
Jeder Bauherr von Gebäuden, welche neu gebaut werden, muss erneuerbare Energien für seine Wärmeversorgung nutzen. Diese Pflicht schließt Wirtschaft, Staat und Private Gebäuden ein. Bei der Nutzung ist es jedem Eigentümer überlassen, welche Arten von erneuerbaren Energien er nutzt. Hierbei besteht die Möglichkeit verschiedenen Quellen zu kombinieren. (Gilt seit dem 1. Januar 2009)

Finanzielle Förderung:
Für die Nutzung von erneuerbaren Energien sieht der Staat eine finanzielle Förderung vor. Dies garantiert einen Anreiz für private Bauherren und Eigentümer und bedeutet mehr Planungssicherheit für Investoren.

Wärmenetze:
Das Gesetz sieht vor, dass Kommunen und Gemeinden im Interesse des Klimaschutzes agieren. Der Zugang zu Wärmenetzen wird für sie erleichtert. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass es Kommunen möglich sein soll die Nutzung eines solchen Netzes vorzuschreiben.

Um eine bestmögliche Kombination für Sie zusammenzustellen ist eine Nachfrage bei ihrem Bauamt nötig. Grundsätzlich darf jede Art für die Erfüllung des Gesetzes genutzt werden. Biogas und Pflanzenöle bekleiden eine Sonderstellung. Ihre Einspritzung darf nur anteilig in hocheffizienten Anlagen, welche der Nachhaltigkeitsanforderungen entsprechen, geschehen.

Wie kann mir der Staat als Gebäudeeigentümer finanziell helfen?

Eigentümer von Gebäuden werden über das sogenannte Marktanreizprogramm gefördert. Dieses Förderprogramm, welches von der Bundesregierung ausgeht, hat sich bewährt. Es hat in der Vergangenheit den Anteil der erneuerbaren Energien zwar nicht horend steigen lassen ist aber dennoch erfolgreich. Seit Beginn des Programms wurden Fördermittel von 827 Mio. Euro bereit gestellt. Daraus konnte neue Investitionen von über 6 Milliarden Euro geschaffen werden. Auf Grund dessen wird das Marktanreizprogramm fortgeführt. Vereinzelt wird nachgebessert. Dies kommt den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern zu Gute, da die Fördersumme deutlich erhöht wurde.

Wie kann ich individuell gefördert werden?

Jeder Mensch in Deutschland kann gefördert werden! Hierbei ist einzig und allein ausschlaggebend, ob sie freiwillig die erneuerbaren Energien für ihre Wärmeversorgung nutzen. Förderantrage für ihre ganz individuelle Förderung können sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, stellen. Anzumerken ist: Wer erneuerbare Energien einsetzen muss, wird dafür nicht gefördert. Wer mehr tut wird belohnt, heißt die Devise. Ein Gebäudeeigentümer der fortschrittliche Technologien nutzt, die zum Beispiel besonders effizient oder sehr geringe Abgaswerte aufweisen, wird vom Staat auch in Zukunft entlohnt. Das Gleiche gilt, wenn der Anteil des Wärmebedarfs der durch erneuerbare Energien gedeckt wird höher ist als vom Gesetz her vorgeschrieben oder wenn eine Kombination von erneuerbaren Energien mit Energieeffizienzmaßnahmen stattfindet.

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